Montag, 3. Juni 2013

Das unerwartete Ende dieser Reise


Nachdem wir beide in Sri Lanka (Direktlink zum Fotoalbum: Sri Lanka) und Zentralasien (Direktlink zum Fotoalbum: Usbekistan & Kirgistan) viel erlebt hatten, konnten wir es kaum erwarten, uns in Istanbul wieder zu treffen. Auch Mario war mit von der Partie und unter der türkischen Sonne feierten wir unser Wiedersehen ;-)



Die Wiedersehensfreude wurde ein wenig getrübt, denn Tobi fühlte sich nicht wohl. Sein Zustand verschlechterte sich von Tag zu Tag. Schweren Herzens fällten wir innerhalb weniger Stunden den Entscheid, zurück in die Schweiz zu reisen.
 
Ungeduldig warteten wir auf die Diagnose, denn zurück in der Schweiz wollten wir natürlich unsere Familien wieder sehen, allen voran den frisch geborenen kleinen Linus. Es stellte sich heraus, dass Tobi sich in Sri Lanka trotz Impfung mit den Masern angesteckt hatte… Und so sitzen wir nun zwar in der Schweiz, jedoch in „Halbquarantäne“ – wir sollen uns noch von Menschen fernhalten, die nicht gegen Masern immun sind. Ab nächstem Wochenende heisst es dann aber zum Glück: Volle Entwarnung!

So kam das Ende unserer Reise leider etwas verfrüht, hatten wir doch bereits das Ticket für die Bahnreise nach Bulgarien in der Tasche. Via Mazedonien und Albanien (noch einmal mit Arbeit auf einem Bauernhof) hatten wir dann vor, nach Italien zu reisen und uns von dort langsam der Schweiz zu nähern.

Wir machen jetzt das Beste aus der Situation, brauchen jedoch ein wenig Zeit, um uns nach diesem unvergesslichen Jahr unterwegs wieder an das Leben in der Schweiz zu gewöhnen. Die haben wir jetzt ja ;-)

Wir sehen uns bestimmt bald „live“!

Tobi & Michele

Donnerstag, 25. April 2013

Tschüss, bis gliii!


Songkran. Neujahrsfest der Thais. Dass das Ganze was mit Wasser und Spritzereien zu tun hat und in Chiang Mai ganz besonders ausgelassen gefeiert wird, davon haben wir gehört. Als wir aber in Chiang Mai ankamen, begriffen wir schnell, dass es nicht möglich sein würde, uns von unserem Guesthouse auch nur wenige Meter zu entfernen ohne bis auf die Unterhosen nass zu werden.
Wir fügten uns also unserem "Schicksal" und begaben uns ins Getümmel der Streetparade Südostasiens... :-) Fotos von diesem Event müsst ihr euch vorstellen (oder googeln!), unsere Kamera blieb nämlich im Trockenen.


Die vergangenen Tage verbrachten wir in Pai und Chiang Mai. Da die Hitze hier im Norden Thailands ziemlich drückend ist, holten wir uns Abkühlung in Form von Fahrtwind. Per Roller erkundeten wir die Umgebung und fanden immer wieder gemütliche Orte zum Verweilen, uns mit den netten Menschen hier zu unterhalten -  und natürlich leckerste Curries, Pad Thai und all die frischen Früchte zu geniessen... Wir verschlangen auch diverse Bücher und haben uns hier in Chiang Mai für die Weiterreise mit neuem "Proviant" eingedeckt.

Direktlink zum Album: Südostasien 2

Wie sieht unsere nährere Reisezukunft aus?
Genau ein Jahr nachdem Tobi in Spanien angekommen ist und wir uns einige Tage später gemeinsam nach Finnland aufgemacht haben, trennen sich unsere Wege vorübergehend. Tobi wird nach Sri Lanka reisen und hat vor, Bekanntschaft mit möglichst vielen verschiedenartigen Speisen zu schliessen. Michele begibt sich nach Zentralasien, nach Usbekistan und Kirgistan, ein lange gehegter Traum.

Voraussichtlich melden wir uns in ca. fünf Wochen gemeinsam wieder aus Istanbul, von wo aus wir uns der europäischen Kultur gemächlich wieder annähern werden.

Bis dahin - HAPPY SPRINGTIME - geniesst die langersehnten frühlingshaften Temperaturen!

Michele & Tobi

P.S: Denkt daran, immer brav aufzuessen - wir freuen uns auf einen SONNIGEN Sommer in der Schweiz :-)

Donnerstag, 11. April 2013

Selamat datang!


Wieder in Asien. In Singapur konnten wir uns gleich an die Schwüle und Hitze gewöhnen. Wir statteten Aini einen Besuch ab, die wir bei unserem Besuch im Dezember kennen gelernt hatten - und machten uns gleich auf zu unserem "Lieblingsinder" um unsere knurrenden Mägen mit Masala Dosa und Idly zu verwöhnen.
Unser Zuhause war das farbenfrohe Chinesenviertel und Essparadies Geylang. An der Tür unseres Zimmers fanden wir eine sorgfältig zusammengestellte Inventarliste - hinter jedem Produkt stand auch gleich der Preis, den wir im Fall von Zerstörung zu berappen hätten. Im Falle eines Totalschadens wuerde sich der zu bezahlende Betrag auf SGD 5000.00 belaufen. Aber wir blieben friedlich...


... und reisten schon bald per Bus nach Malaysia. In Kuala Lumpur feierten wir freudiges Wiedersehen mit Goloka!!! Goloka haben wir im vergangenen August bei unserem zweiten Besuch auf Pikkunuppu, der Gemüsefarm in Finnland kennen gelernt. Nun durften wir fuer ein paar Tage bei ihr und ihrer Familie wohnen. Wir wurden mit leckerstem vegetarischem Essen verwöhnt und anderntags auch sogleich mit auf eine indische Hochzeitsfeier genommen. Golokas Cousin heiratete - und wir durften an der Zeremonie teilhaben, mitessen und für die Fotos posieren. Nur schade, dass in unserem Gepäck kein Platz für einen Sari und einen Salwar Kameez, angemessene Kleidung für diesen Event, war...

Gemeinsam mit Goloka besuchten wir unter anderem auch die Batu Caves, ein hinduistisches Heiligtum mit einem bedeutenden Schrein und "Austragungsort" des Hindufestivals Thaipusam und unternahmen eine "KL by Night" Spritztour mit ihr und ihrem Kollegen.


Nächster Halt: Sommerfrische. Wir fuhren in die Cameron Highlands, wo es zur Abwechslung mal angenehm kühl war. Hier wohnten wir auf einer Biofarm in einem Baumhaus und waren faul. Da wir in der Regenzeit unterwegs waren, konnten wir an einigen Tagen nicht viel anderes unternehmen als zu lesen, aus den gartenfrischen Zutaten leckere Speisen zuzubereiten und dem Regen zuzuschauen. Das tat richtig gut! Als wir wieder aus dem Wald rauswollten, war weit und breit niemand auf der Farm zu sehen, der Manager hatte sich abgesetzt und die Mitarbeiter hatten sich wohl auch ins Trockene gefluechtet. So schnappten wir unser Gepäck und machten uns auf den Weg... bis uns Sami, ein Bauer auf dem Weg in die Stadt, in seinem 45jährigen Land Rover mitnahm :-)


Auf der Insel Penang, die durch eine 13.5km lange Brücke mit dem Festland Malaysias verbunden ist, durften wir in Georgetown in einem "Clan Jetty" wohnen. Ursprünglich von chinesischen Einwanderern erbaut, dienten diese Behausungen direkt über dem Wasser den Hafenarbeitern als Unterschlupf. Unterdessen wurden diese restauriert und bieten eine familiäre Alternative zu den grossen Hotelbunkern in der Stadt. Verkehrslärm ist dort nicht hörbar, dafür aber das Auf und Ab des Wassers bei Ebbe und Flut - und natürlich die Alltagsgeräusche all der Familien, die dort noch immer ihren ständigen Wohnsitz haben.

Unterdessen sind wir bereits in Bangkok angekommen. Die Hitze ist erdrückend und es ist absolut verständlich, dass hier eine Heizung im Auto in keiner Jahreszeit erforderlich ist. Dafür aber eine gut ausgebaute Klimaanlage, die man entweder auf "kalt" oder aber "eiskalt" einstellen kann. Wir haben uns für ein paar Tage bei einer Familie etwas ausserhalb der Stadt einquartiert und so werden wir morgens fast wie auf dem Lande von Vogelgezwitscher und Hahnenkrähen geweckt.
Auf der usbekischen Botschaft machten wir Bekanntschaft mit dem überaus freundlichen Honorarkonsul, der Micheles Visum schwuppdiwupp in einem Tag gleich ausstellte :-)

Direktlink zum Album: Südostasien

Morgen gehts ab in den Norden, nach Chiang Mai. Wir freuen uns aufs Songkran Festival - das thailändische Neujahr :-)

Grüsse aus einem busy bangkoker Vorortsinternetcafé
Tobi und Michele

Samstag, 23. März 2013

Neuseeland: Haere Ra


Haere Ra. Auf Wiedersehen. In zwei Tagen wird Neuseeland für uns Geschichte sein... Wären diese Inseln nicht so weit von der Schweiz entfernt, wir würden bald wieder hinreisen wollen. Es gibt noch viele Wanderungen die wir unternehmen wollen, noch viele neue Gebiete zu entdecken, einige leckere Wässerchen zu trinken, Zeit mit unserer neuen Familie zu verbringen... doch alles Schöne hat einmal ein Ende. Damit weiteres Schönes folgen kann! Und so sind wir schon bald wieder "auf halbem Weg" - nämlich zurück in Asien.

Dieser Sommer war einer der trockensten in den letzten fünfzig Jahren. Des einen Freud, des anderen Leid. Olivenbauern sind mehr als glücklich über die Ernte die sie bald einfahren dürfen. Viehbauern hingegen sind kurz vor dem Verzweifeln: Wer kein Geld für teure Bewässerung hat, dem hilft wohl nur noch beten. Beten für Regen. In der vergangenen Woche hat der Herbst mehr und mehr Einzug gehalten. Und mit der kühleren Jahreszeit kamen dann auch endlich einige Regenschauer. Wir waren mal wieder glücklich über unser wasserdichtes Zelt :-) Und als die Sonne wieder hervorlugte, gönnten wir uns zum Abschluss ein kleines Cabin, direkt am Meer...


Wenn wir zurück schauen auf unseren Neuseeländischen Sommer, was wird uns fehlen? Der Duft von blühendem Manuka in den Marlborough Sounds? Über die Strasse hüpfende Pukekos (wilde neuseeländische Hühner mit wunderschön blauen Federn)? Das frische Gemüse und die leckeren Früchte die wir jetzt in der Erntezeit überall am Strassenrand kaufen können? Das Aufwachen im Zelt auf einem DOC-Campingplatz mitten im Wald, mit dem Wissen, dass uns die Sonne auch heute wieder anstrahlt? All die Menschen, mit denen wir hier Zeit verbringen durften und die uns so herzlich bei sich aufgenommen haben? Tinas Auberginengericht "Imam Bayildi" (der Imam fiel in Ohnmacht), von dem wir nicht genug kriegen konnten? Wendys Zwätschgechueche und das Fondue, welche uns ein Gefühl von "zu Hause" vermittelten?


Eine wilde "Haifischjagd" mit Tilly und Oscar? Das erschwingliche Sushi, dem wir täglich aufs Neue versuchen zu widerstehen? Die Gewissheit beim Losfahren, dass wir 80km unter die Räder nehmen müssen bevor wir in der nächsten Ortschaft ankommen? Charly, Mojo und Chao Bai (das toughste Schosshündchen das wir kennen) bei der nächtlichen Possumjagd? Die Kochsessions mit Mark und Maggie? Die offenen und interessierten Kiwis, mit denen wir auf unserem Weg in Kontakt kommen, sei es beim Einkaufen, auf der Strasse, beim Kochen...?
Direktlink zum Album: Neuseeland 4

Es sind wohl all diese Dinge und noch viel viel mehr, die dieses Land für uns zum schönsten "Arsch der Welt" machen :-) Nicht zu vergessen die Natur, die hier so facettenreich ist, die Pflanzen und all die Tiere die wir bisher erst im Basler Zolli oder im Zoo Zürich beobachtet hatten...

Natürlich gibt es auch Punkte, die wir nicht vermissen werden. Fast Food haut uns noch immer nicht vom Hocker, weder Mac Donalds, noch Burger King oder Subway und schon gar nicht KFC. Und auch auf die hier überall erhältlichen "Meat Pies" sind wir noch immer ganz und gar nicht scharf... Wir werden uns auch nicht beklagen, mal wieder Bauten zu sehen, die älter als 150 Jahre sind! Und die Natur wird auch hier ganz offiziell und offensichtlich ausgebeutet. Es macht traurig, all die Schneisen in den Wäldern zu sehen und die unzähligen Quadratratkilometer von Monterey Kiefern, die hier eigentlich nicht hingehören. Gehören wir als Touristen denn hierher? Darüber können wir endlos philosophieren...

... und melden uns dann wieder aus Malaysia oder Thailand!

Bis dann, so long, "uf Widerluege"

Michele & Tobi

Sonntag, 17. Februar 2013

Schafe zählen bei Kiwis

Bei Jo und Brent und ihrer Familie angekommen, führten sie uns auch gleich in ihren Alltag ein: Schafe scheren war angesagt. So durften wir mithelfen, die 2800 Schafe an den dafür vorgesehenen Platz zu bringen und sie dann sanft zu scheren. Wir genossen die Gastfreundschaft von Jo, Brent, ihren Töchtern April und Victoria, sowie Sohn Michael. UND uns wurde nach viiiielen Nächten im Zelt mal wieder ein weiches Bett offeriert. Da wehrten wir uns nicht dagegen :-)

Jo, Brent & Co.: in case you read this - thank you so soooo much for your hospitality and the inspiring conversations - we still think of you a lot!

Von Invercargill nach Dunedin konnten wir dann ein Auto "relocaten", d.h. für einen Autovermieter gegen einen symbolischen Dollar das Fahrzeug von A nach B bringen. Wir fuhren durch die einsame und wilde Landschaft der Catlins. Immer wieder verschlug es uns an einen auf den ersten Blick einsamen Strand, um nach kurzer Zeit festzustellen, dass wir überhaupt nicht alleine waren - Seelöwen, Seehunde mit ihren Jungen, Delfine und Pinguine liessen uns verweilen und unsere Herzen höher schlagen!


Nachdem wir ein paar regnerische Tage in Dunedin (superschöne Stadt im Süden der Südinsel!) verbracht hatten, fanden wir einen neuen "Relocation-Deal". Diesmal war Tobi schon fast im siebten Himmel: wir durften für 1.51 NZ-Dollar ein 4x4 Geländefahrzeug von Dunedin nach Auckland bringen, inkl. gratis Benzin. Via Mount Cook und Lake Tekapo und noch einmal Akaroa (weil es dort so schön ist...) fuhren wir zurück nach Christchurch.

Nun verbringen wir wieder Zeit mit unserer Familie und planen den weiteren Verlauf unserer Reise - nicht ohne vor unserer Abreise noch ein grosses Fondueessen zu veranstalten.

Direktlink zum Album: Neuseeland 3

In Neuseeland gibt es für uns noch viel zu entdecken und die Kiwis sind gesellige Zeitgenossen, so dass wir froh sind, Zeit zum Innehalten zu haben. Nächste Woche werden wir jedoch aufbrechen und auf die Nordinsel überschiffen.

Ka kite ano (bis bald)
Michele und Tobi

Donnerstag, 14. Februar 2013

Aotearoa mit Babs und Mänu


In Picton trafen wir uns mit unseren Berner Kollegen, Babs und Mänu, die soeben per Fähre von der Nordinsel angereist waren. Obwohl sich Neuseeland längst nicht so weit von der Schweiz entfernt anfühlt wie es in Wirklichkeit ist, war es trotzdem ein komisches Gefühl, plötzlich Menschen begrüssen zu können die wir sonst von zu Hause kennen...

Gemeinsam reisten wir in den Abel Tasman Nationalpark und wanderten dort während vier Tagen von Strand zu Strand. Die Wanderungen waren nicht allzu beschwerlich, doch mussten wir immer darauf achten, aufgrund der Gezeitenunterschiede am Morgen jeweils rechtzeitig loszumarschieren. Das klappte auch wunderbar, doch eines Nachmittags, als wir einen Spaziergang in der Umgebung unternahmen, rechneten wir nicht mit der Flut... so durchwateten wir einen Fluss in Unterwäsche und erklommen dann in der selben Montur einen Steilhang auf der anderen Seite des Flusses :-)


Babs und Mänu nahmen uns in ihrem Jucy Campervan mit, der Westküste entlang in Richtung Süden: Via Punakaiki mit den Pancake Rocks, die Gletscher Franz Josef und Fox, düsten wir nach Wanaka. Eingebettet in den Bergen, an einem riesigen See, gefiel es uns prima und so nahmen wir uns Zeit zum Verweilen und Wandern. Wir genossen es auch, unser Zelt mal einfach für ein paar Tage lang stehen lassen zu können.

Über Queenstown und Te Anau fuhren wir zum Milford Sound und auf dem Weg dahin entdeckten wir nach einigem Suchen auch den Mount Suter, der nach Michèles Grossonkel benannt ist :-)
In Gore, der Countryhochburg im Süden, verabschiedeten wir uns von unseren Weggefährten - ihre Route führte wieder nach Norden. Wir beide freuten uns auf unseren Besuch auf der Schaffarm bei Jo und Brent, die wir in Wanaka kennen gelernt hatten. Dieses Erlebnis wollten wir uns keineswegs entgehen lassen...



Direktlink zum Album: Neuseeland 2

Dienstag, 15. Januar 2013

In und um Christchurch

Die erste Zeit unseres Neuseeland-Aufenthalts verbrachten wir bei Tilly, Oscar, Mark und Lou in Diamond Harbour, in der Nähe von Christchurch. Wir genossen den schönen Garten mit dem frischen Gemüse und hatten viel Spass mit den Kindern - als Piraten, Mäusebande, auf der Flucht vor Haien, mit Robin Hood und vielen Büchern und Spielen.

Der Wind war allgegenwärtig, teilweise saumässig kalt da er direkt aus der Antarktis zu uns wehte. Einmal fuhren wir an den Strand, rasch rein ins Wasser und kaum wieder draussen hiess es: Fleecepullover und lange Hosen überziehen! Doch ob mit Wind oder ohne: Neuseelands Strände sind wirklich traumhaft.


Jetzt sind wir bei Micheles Cousine Tina, deren Mann Alex und Sohnemann Max. Gerade als wir hier ankamen trafen wir auf der Geburiparti von Dans Sohn Neo den Rest der Suti Family: die Cousins Dan und Oliver, sowie Auntie Wendy, Auntie Bon und Uncle Lindsey :-)

Die Zeit verfliegt und wir wollen hier eigentlich gar nicht weg, wir fühlen uns superwohl! Und endlich kommen wir auch in Kontakt mit richtig heissem Sommerwetter. Vergangenen Samstag fuhren wir nach Akaroa wo wir uns ins türkisblaue Wasser stürzten. Der heutige Tag ist regnerisch und ziemlich kühl: Nach einer anstrengenden Yogastunde bei Wendy heute Morgen (ääächz...) erholten wir uns bei lecker Vegifood im indischen Restaurant um die Ecke.

Direktlink zum Album: Neuseeland 1

Die Erdbeben sind hier noch allgegenwärtig. Es scheint, als gäbe es eine Zeitrechnung vor und eine nach den starken Erdbeben vom Frühjahr 2011. Glücklicherweise scheint sich die Erde nun beruhigt zu haben - wir haben bis jetzt nur ein leichtes Beben (Stärke 2.5 auf der Richterskala) spüren können. Doch die Schäden von damals sind sichtbar: hier in der Gegend sind viele Häuser unbewohnbar und stehen einfach leer. Überall sind Arbeiter am Werk um die Strassen wieder zu ebnen und zu fixieren. Und  in den Häusern sehen wir Risse, Unebenheiten, sowie Fenster und Türen die sich nicht mehr schliessen lassen. Viele Menschen konnten den verheerenden Unglücken jedoch auch Gutes abgewinnen: Dauernd ist man sich bewusst, wie unberechenbar das Leben und unser Planet jederzeit sein kann!


Bald brechen wir auf in Richtung Norden. Unser nächstes Ziel: der Abel Tasman Nationalpark. Aber wir kommen zurück, denn gemeinsam mit Tina & Co haben wir neben einem grossen Fondueessen noch viele andere Pläne.

Cheers in die schweizer Schneeflockenwelt

Michele & Tobi

Freitag, 4. Januar 2013

Es guets Nöis us Neuseeland!!!


Schon seit einer Woche sind wir nun in Neuseeland, wo wir momentan bei einer Familie mit zwei Kiddies wohnen. Wir hoffen, ihr habt alle gemuetlich Weihnachten gefeiert und seid mit Vollgas ins 2013 gehüpft!

Bevor wir von unseren Neuseeland-Erlebnissen berichten, wollen wir euch aber mitnehmen nach Burma, wo wir den vergangenen Monat verbrachten – ohne Mobiltelefon und Internet…

 
12 Stunden nachdem wir uns von euch und der Schweiz verabschiedet hatten, fanden wir uns im sehr heissen und feuchten Singapur wieder. In unserem kleinen gemuetlichen Hostel fuehlten wir uns gleich wie zu Hause, vor allem weil Auntie Aini, die den Laden schmeisst, uns gleich unter ihre Fittiche nahm und uns zum Inder entfuehrte, wo wir Paneer, Daal, Gemüsecurry und Masala Dosa genossen :-)

Erwartungsvoll reisten wir bald weiter nach Yangon, die Hauptstadt Myanmars. Via Couchsurfing hatten wir Thae Nu kennen gelernt, die in Yangon wohnt und dort in einem Reisebüro arbeitet. Mit ihr streiften wir durch die Stadt, über Märkte, besuchten Pagoden, tranken frischen Zuckerrohrsaft und machten die ersten Bekanntschaften mit dem burmesischen Essen. Mmmmh…! Und natuerlich mit der Bevölkerung – wir ernten Lächeln um Lächeln, die meisten Einheimischen sind freundlich und sehr zurückhaltend. Hier werden die Touristen noch nicht “eingelullt”.


Per Zug ging es dann bald nordwärts in die Stadt mit dem klangvollen Namen Mandalay. Schlafen war im Zug aufgrund ständiger Schaukeleien nicht wirklich möglich (gell Kerstin!) und so verbrachten wir die 16stündige Reise mit sinnieren und beobachteten die Landschaft. Wir wollten noch weiter in den Norden und so reisten wir via das Kolonialstädtchen Pyin Oo Lwin

über den zweitgrössten Eisenbahnviadukt der Welt (Gokteik) nach Hsipaw, in den Hügeln des Shan-Staates gelegen.

 
Von hier aus unternahmen wir eine dreitägige Wanderung und besuchten unterwegs Dörfer der Shan und Palaung Ethnien. Wir durften in den Haeusern der Einheimischen essen und uebernachten und besuchten ein Kloster, in dem junge Mönchsnovizen leben und lernen. An Tobi hatten sie einen besonderen Narren gefressen und so kletterten sie an ihm herum  - ausser Rand und Band. Auch junge Mönche sind nicht anders als andere Kinder – abends am Lagerfeuer hatten wir alle viel Spass und die Mönche tanzten miteinander um die Wette…

Längere Zeit verweilten wir im Norden und genossen den gemächlichen Alltag, das Leben am und auf dem Fluss und die gemuetlichen burmesischen Kaffehäuser. Und doch hiess es ein paar Tage später “weiter gehts”! Wir machten uns auf nach Bagan, wo wir mehrere Tage per Velo unterwegs waren und die zahlreichen Tempel und Pagoden (9. – 13. Jhd, damals war Bagan die Hauptstadt des Königreichs Pagan) der Region erkundeten.

  
Zurück in Yangon trafen wir uns erneut mit Thae Nu und besuchten die weissen Elefanten. Und wir deckten uns fuer die Weiterreise mit burmesischen Süssigkeiten ein (Tamarindenbonbons, Sesamcrackers, Palmzuckerschleckereien etc.).  Darüber freute sich Aini in Singapur, die uns schon wieder erwartete. Wir verbrachten einen lustigen Tag mit ihr und packten dann wieder unsere Siebensachen. Unterdessen sind unsere Rucksäcke wieder schwerer, denn in Neuseeland brauchen wir natuerlich auch unser Zelt und unsere Kochutensilien wieder.

Direktlink zum Album: Burma 2012 

Wir denken oft an unsere Zeit in Burma, dankbar, dieses Land bereisen zu duerfen und dabei zu sehen, dass die Menschen zufrieden aussehen, dass sie zu Essen und Beschäftigung haben und dass der Tourismus (noch) keine grossen Spuren hinterlassen hat. Und doch sind in unseren Köpfen viele Fragen: wie geht es den Menschen, die nicht in den von Touristen zugänglichen Gebieten leben? Wird jetzt wirklich vieles besser? Welche Alltagssorgen beschäftigen die Menschen? Denn unsere Kommunikation mit den Einheimischen war meist sehr beschränkt, da wir leider kein Burmesisch/Shan etc. sprechen und die Englischkenntnisse der meisten Burmesen rudimentär sind.

Wir melden uns wieder mit einem Neuseeland-Bericht. Auf jeden Fall sind wir hier gut angekommen, am anderen Ende der Erde. Und wir geniessen den Blick auf Berge und das Meer…

Cheers
Tobi & Michele

Dienstag, 27. November 2012

Heimurlaub


Schön wars in Marokko, wenn auch verhältnismässig kurz. Wir haben in El Jadida, einem kleinen Städtchen am Meer gewohnt, viel gelesen und mal wieder die Seele baumeln lassen. Wir haben am eigenen Leib erfahren, dass es auch in Marokko ganz schön stürmen kann, haben das Alltagsleben in den Strassen miterlebt und endlich mal wieder arabisch parliert ;-)


Nun sind wir einige Tage in der Schweiz rumgesaust und haben es sehr genossen mit euch! Unterdessen sind unsere Rucksäcke neu gepackt...

Morgen gehts los nach Burma, wir sind sehr gespannt und freuen uns auf die Menschen und das warme Klima. Silvester werden wir dann in Neuseeland feiern!


Euch allen eine prima Weihnachtszeit, möglichst stressfrei und relaxt - feiert die Feste wie sie fallen!

Bis im 2013!

Michèle & Tobi aka grösster Zwerg im Wunderwald

Sonntag, 4. November 2012

Portugal - muito obrigado ;-)


Gemäss unserem ursprünglichen Plan wollten wir nun bereits in Marokko sein. Irgendwo zwischen Atlantik und Mittelmeer, irgendwo zwischen hohem Atlas, Oasen und der Wüste, mit thé à la menthe und anderen marokkanischen Leckereien... Doch manchmal ändern sich Reisepläne.

Vorletzte Woche wurden wir richtiggehend in die Schweiz zurück "katapultiert", da leider Tobis Grossvater verstorben ist. So verbrachten wir einige Tage mit unseren Familien und wurden dabei regelrecht eingeschneit. Was für ein Wintereinbruch! Unterdessen sind die Temperaturen bei euch wohl wieder gestiegen und wir hoffen, ihr geniesst den farbigen Herbst in vollen Zügen!

Durch Termine beim Herrn Doktor und Herrn Zahndoktor, die wir nicht verschieben wollten, zögerte sich die Abreise nach Marokko auch nach unserer Rückkehr nach Spanien weiter hinaus. Wir haben es natürlich genossen, dadurch mehr Zeit mit Mario, Shelly und Rohan zu verbringen. Und für ein paar Tage sind wir nach Portugal gefahren. Ein Land, das uns total begeisterte! Wir wollen unbedingt wieder dorthin zurück kehren, das nächste Mal vielleicht als Wwoofer auf eine Farm ;-) Saftige Früchte, Weinreben und Oliven gibt es da ja zu Hauf...

Nordwestlich von Sevilla, einer Region die für die Produktion von Jamón Ibérico bekannt ist, haben wir eine Nacht mitten in der Natur verbracht, für einmal nicht im Zelt sondern in einem gemütlichen Steinhäuschen - mit Nachtessen auf dem Zimmer. Am nächsten Tag passierten wir dann die Grenze nach Portugal, wo wir uns im Städchen Serpa mit Käse aus der Region, frischem Brot und saftigen Tomaten eingedeckt haben.



Link zum Album: Spanien & Portugal

An der Atlantikküste fanden wir genial schöne Strände und steile Klippen vor, und da auch in Portugal unterdessen Nebensaison ist, trafen wir kaum auf andere Touristen. Einige unbeirrte Surfer waren dennoch am Start und hatten ihren Spass in den Wellen. Wir genossen die Wärme und die Sonne und verliebten uns in die lebhaften und herzlichen Portugiesen und Portugiesinnen... Auch dass wir am letzten Tag von sinntflutartigen Regenfällen fast weggeschwemmt wurden, konnte unserer Begeisterung keinen Abbruch tun. Portugal hat wunderschöne Landschaften, leckeres Essen, süffigen Wein und noch viel mehr zu bieten. Wir kommen definitiv wieder!

Nun zieht es uns aber endgültig nach Marokko, es kribbelt in unseren Herzen und wir wollen nicht länger warten. Darum gehts am Dienstag los!

Ma'a as-salaama

Tobi & Michèle

Dienstag, 23. Oktober 2012

Ab in den Süden.

Der Abschied von Helen, Hans-Kristian und den Tieren auf Vesterhaugen kam für uns einem Abschied von Skandinavien gleich. Ein bisschen wehmütig sassen wir im Bus in Richtung Hauptstadt. In Oslo durften wir für zwei Nächte bei einem Kollegen von Tobi übernachten und die Stadt erkunden. Wir genossen die Zeit mit Helge und seiner Frau Lice sehr. Wir kochten feines Essen und tranken seit langem mal wieder Wein (der ist in Norwegen einfach unglaublich teuer). Und genossen es!!!

Per Fähre bewegten wir uns dann südwärts. Nach der Ankunft in Kiel fuhren wir per Zug nach Hamburg und trafen uns dort mit Meike und Steffen, welche wir im Sommer auf den Lofoten kennen gelernt haben. Kaffe und Kuchen, mmmmh, lecker. Ein lustiger Abend mit vielen schönen Reiseträumen... Hamburg überforderte uns anfangs ziemlich mit der Masse von Menschen, die sich in dort aufhielten. So viele Menschen auf einmal anzutreffen waren wir uns seit Langem nicht mehr gewohnt, verbrachten wir doch die vergangenen fünf Monate in nordischer Abgeschiedenheit.


Um nach Langeoog zu gelangen mussten wir sechs Mal umsteigen. Dank einem verspäteten Bahnersatzbus verpassten wir einen Anschluss. Kurzum entschlossen wir uns ein Taxi zu nehmen, da sonst die letzte Fähre ohne uns losgefahren wäre. Die Aufholjagd begann! Tobi bat seine Mutter, die sich bereits auf dem Schiff befand, den Kapitän um den Finger zu wickeln, damit sie mit der Abfahrt auf uns warten. Marianne war erfolgreich! Glücklich erreichten wir den Hafen, wo Marianne, Tobis Schwester Martina und ihr Freund Stefan zusammen mit ihrer Tochter Selma sehnlichst auf uns warteten. Wir waren angekommen im Urlaub.

Am Morgen aufwachen, zum Bäcker fahren um frische Brötchen zu kaufen (danke Stefan!), frühstücken, eine Velotour unternehmen, am Strand spazieren gehen, Drachen steigen lassen, in der italienischen Eisdiele Gelati essen, lecker Abendschmaus am Fischbuffet, RelaxMax, so in etwa sah ein typischer Inseltag aus. In der zweiten Ferienwoche waren dann auch Tobis Brüder David und Jonas mit von der Partie. Wir fühlten uns sehr wohl, mit so vielen bekannten Menschen zusammen zu sein. Leider ging diese Zeit viel zu schnell vorbei und schon hiess es wieder Abschied nehmen.


Zurück in Hamburg verbrachten wir vier Nächte in Wilhelmsburg, dem Stadtteil in dem Tobis Vater aufwuchs. Wir unternahmen ausgedehnte Spaziergänge und konnten so die Stadt abseits der Touristenpfade kennenlernen. Am Sonntag um drei Uhr in der Früh klingelte der Wecker, get up stand up. Um vier Uhr waren wir am Hauptbahnhof mit Martina verabredet, die dort mit dem Nachtzug eintraf. Ab zu den Landungsbrücken, von wo wir zum Fischmarkt spazierten. Räucheraal kauften wir keinen, dafür einen grossen Früchtekorb, den Martina in die Schweiz mitnehmen wollte.

Gegen zehn Uhr verspürten wir Lust auf Frühstück. Wir hatten Glück, denn wir fanden ein Lokal, welches jeden Sonntag ein orientalisches “All you can eat“-Buffet veranstaltet. Wir ergatterten gerade noch die letzten drei Plätze. Paradiesische Zustände! Eine Hafenrundfahrt stand auch auf dem Programm und danach Abendessen bei unserem Lieblingsitaliener Luigi. Ein genialer Tag neigte sich zu Ende als wir Martina auf dem Gleis verabschiedeten. Die verbleibenden zwei Tage liessen wir uns in der Stadt treiben, was uns sehr behagte. Hamburg gefällt uns so gut, wir möchten immer wieder dorthin zurück kehren.

Nun sind wir zurück bei Mario, Shelly und Rohan an der Costa del Sol, wo es wohlig warm ist. Wir geniessen es, barfuss und mit kurzen Hosen draussen sein zu können. Hier erleben wir zum ersten Mal in diesem Jahr so richtige Sommergefühle. Wir waren sogar im Pool wie auch im Meer baden, wodurch wir von den Einheimischen als “loco“ (verrückt) betitelt wurden, denn für sie ist es doch schon Herbst.

Link zum Album: Ab in den Süden

Auf diesem Weg noch einmal ein herzliches MERCI an unsere lieben Gastgeber und "Ferienbegleiter", wir haben die Zeit mit euch extrem genossen!

Hasta la Proxima!

Michèle & Tobi

Sonntag, 23. September 2012

Cowsitting auf Vesterhaugen

Unser letztes Wochenende in Norwegen. Sturmfreie Bude! Helen und Hans-Kristian sind für ein paar Tage zu einem Kartoffelfestival gefahren und wir hüten den Hof: Um 6 Uhr heisst es aufstehen und ab in den Stall, wir wollen die Kühe ja nicht warten lassen ;-) Bis jetzt läuft alles bestens. Eine Kuh ist hochschwanger und sollte eigentlich heute gebären. Das Kleine lässt aber auf sich warten...

Wir haben hier auf Vesterhaugen eine superschöne Zeit verbracht! Letzte Woche hatten wir Besuch von Müttern und ihren Kindern aus Nigeria, Eritrea, China und Syrien. Flüchtlinge, die hier im nahegelegenen Transitcamp vorübergehend wohnen. Gemeinsam haben wir die Tiere gefüttert, im Garten gespielt, Waffeln und Schokoladenkuchen gegessen. Für uns ein sehr eindrücklicher Tag. Klar, die Frauen sind froh, in Sicherheit und nicht mehr auf der Flucht zu sein. Aber sie werden höchstwahrscheinlich auch nie wieder in ihre geliebte Heimat zurück kehren. Und ihre Männer? Wo sind die??? Da sitzen wir nun, freiwillig in Norwegen, glücklich zu reisen wo immer wir hinwollen...!


Auf dem Sommerhof eines Freundes von Helen haben wir einen Sonntag lang mitgeholfen. Dort wurden traditionelle Gerichte wie Rømmegrøt, Porridge mit viel viel Crème Fraiche, Pultostpie, ein Kuchen aus dem traditionellen Pultost-Käse und norwegischer Apfelkuchen angeboten. Draussen kochte Bäuerin Berit den ganzen Nachmittag lang einen anderen Käse - Surost. Wir haben Beeren gesammelt bis wir vor unseren Augen nur noch rote Punkte sahen. Die Blaubeersaison ist nun bereits vorbei, momentan ist Tyttebær, eine säuerliche kleine rote Beere aktuell.

Das vergangene Wochenende haben wir in einer Jägerhütte an einem See verbracht, weit draussen in der Natur. Schön, mal wieder einfach zu "hängen", zu lesen, die Umgebung zu erkunden und dem "Dolcefarniente" zu frönen ;-)
Link zum Album: Vesterhaugen zum 2.

Die letzten beiden Tage war es unter Null Grad als wir am Morgen aufstanden, die Wiesen weiss mit Reif... Jetzt ist es definitiv Zeit, ein bisschen wärmere Gefilde aufzusuchen. Am Dienstag reisen wir nach Oslo und am Donnerstag dann per Fähre von Oslo nach Kiel. Danach sind zwei Wochen Langeoog  mit einem Grossteil von Tobis Familie angesagt. Langeoog ist eine ostfriesische Insel und liegt im Bundesland Niedersachsen. Dort werden wir voraussichtlich viel quatschen, die Familie geniessen, essen (frischen Fisch, Kuchen, Spaghettieis, Süsse Lale uvm.), Sanddorntee trinken, am Strand spazieren und das Wattenmeer bewundern, täglich velofahren... schöne Aussichten!

Fünf Monate Finland und Norwegen. Eine Entscheidung, die wir nicht bereuen. Wir durften so viele liebenswerte Menschen kennen lernen und die Natur hier oben ist einfach traumhaft! Bevor wir Skandinavien aber verlassen, haben wir aufgeräumt und möchten euch die Fotos von den Lofoten nicht vorenthalten. Da wir diesen Sommer nicht wirklich guten Internetempfang hatten, ist da einiges "liegengeblieben"...
Link zum Album: Lofoten

Wir melden uns wenn es uns wieder möglich ist. Bis dahin sind wir mal wieder "weg vom Netz" ;-)

Até logo
Tobi & Michèle

Freitag, 7. September 2012

Zurück in Norwegen, oder:
Fressen Schweine auch Eieruhren?

Glücklich zurück in Norwegen, widmen wir uns auf Vesterhaugen, der Farm von Helen und Hans-Kristian, für einmal etwas mehr den Tieren als den Pflanzen.


Våler, ein 1600 Seelendorf in der Provinz Hedmark, ist das Zuhause von Helen, Hans-Kristian und ihren Tieren. Helen, geboren am nordwestlichsten Punkt von Wales, ist vor 32 Jahren ihrem Herz nach Norwegen gefolgt. Sie arbeitet täglich auf der Farm, er ist unter der Woche auswärts in einem Holzverarbeitungsbetrieb angestellt. Gemeinsam haben sie drei Kinder, die aber unterdessen "ausgeflogen" sind.

Fünf Milchkühe, zwei Kälber, 20 Hühner, ein Hahn, drei Schweine, ein Hund und eine Katze wollen hier täglich versorgt werden. Wir sind also fleissig am melken, misten, füttern, Eier einsammeln, sowie Käse und Butter produzieren. Daneben helfen wir dem Nachbarn Halvor bei der Kartoffelernte (diesmal per Maschine, nicht manuell wie in Pikkunuppu in Finnland), bringen die Pferde von Weide zu Weide, pflücken im Wald Beeren und ernten Bohnen, Erbsen, Broccoli und Kartoffeln aus dem Garten. Auf die Karotten müssen wir hier noch etwas warten ;-)


Langweilig wird es uns nicht, die energiegeladene Helen und die Tiere halten uns auf Trab. Vor einigen Tagen  hatten wir einige Schreckensminuten, als die aufs Feld mitgebrachte Eieruhr (wir benötigten Sie, damit wir den Kuchen im Ofen nicht vergessen, richtig, unsere Handys sind hier nicht unsere ständigen Begleiter) plötzlich wie vom Erdboden verschluckt war. Haben wir sie etwa mit dem Kompost zu den Schweinen geworfen? Kann ein Schwein eine Eieruhr verdauen oder kann das böse enden? Tobi war bereits den halben Schweinestall am umgraben, Michele machte sich viele Gedanken und suchte mit, beide sorgten wir uns um die Schweine, als die Eieruhr unter den Bohnenpflanzen zu läuten begann. Sie war unbemerkt dorthin gerollt. Ende gut, alles gut. Alle drei Schweine sind noch am Leben.

Helens Käse ist hierzulande eine Spezialität: Sie produziert Pultost, einen flockigen Weichkäse aus Sauermilch, der mit Kümmel gewürzt wird. Dank ihren Anstrengungen, diesen traditionsreichen Käse zu erhalten, wurde ihr das Slowfoodzertifikat verliehen. Seit wir unterwegs sind durften wir nun schon bei zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben hinter die Kulissen schauen. Ursprünglich wollten wir auf Farmen arbeiten um unser Reisebudget zu schonen. Unterdessen hat es uns ein bisschen "den Ärmel reingenommen" und das Arbeiten für und der Austausch mit den Bauern gibt uns viele wertvolle Inputs und vor allem die Biobauern verdienen unsere Bewunderung.


Link zum Album: Vesterhaugen

In unserer Freizeit erkunden wir zu Fuss und per Velo die Umgebung, die vor allem aus Wäldern und Feldern besteht. Die Landschaft ist sehr ähnlich wie bei uns zu Hause in der Schweiz. Hier gibt es jedoch meist nicht so gepfadete Waldwege wie bei uns - wir müssen uns mehr durchs Dickicht kämpfen ;-)
Gestern waren wir in der nächstgrösseren Stadt, Elverum, und haben das norwegische Waldmuseum besucht. Dort gab es u.a. ausgestopfte Bären aus Alaska und Kamtschatka - da sind wir doch froh, sind die norwegischen Bären nur halb so gross...!

Wir geniessen die letzten Wochen in Skandinavien und sind happy über das Wetterglück: die Sonne dominierte bis jetzt unsere Tage, in der Nacht wird es aber empfindlich kalt. Es wird nicht mehr lange dauern und die Tage werden kürzer als die Nächte sein. Dann wird es für uns Zeit, weiter zu ziehen... ;-)

Liebi Grüessli a alli, mer dänke vell a öich ond dSchwiiz!

Tobi & Michele