Der Abschied von Helen, Hans-Kristian und den Tieren auf Vesterhaugen kam für uns einem Abschied von Skandinavien gleich. Ein bisschen wehmütig sassen wir im Bus in Richtung Hauptstadt. In Oslo durften wir für zwei Nächte bei einem Kollegen von Tobi übernachten und die Stadt erkunden. Wir genossen die Zeit mit Helge und seiner Frau Lice sehr. Wir kochten feines Essen und tranken seit langem mal wieder Wein (der ist in Norwegen einfach unglaublich teuer). Und genossen es!!!
Per Fähre bewegten wir uns dann südwärts. Nach der Ankunft in Kiel fuhren wir per Zug nach Hamburg und trafen uns dort mit Meike und Steffen, welche wir im Sommer auf den Lofoten kennen gelernt haben. Kaffe und Kuchen, mmmmh, lecker. Ein lustiger Abend mit vielen schönen Reiseträumen... Hamburg überforderte uns anfangs ziemlich mit der Masse von Menschen, die sich in dort aufhielten. So viele Menschen auf einmal anzutreffen waren wir uns seit Langem nicht mehr gewohnt, verbrachten wir doch die vergangenen fünf Monate in nordischer Abgeschiedenheit.
Um nach Langeoog zu gelangen mussten wir sechs Mal umsteigen. Dank einem verspäteten Bahnersatzbus verpassten wir einen Anschluss. Kurzum entschlossen wir uns ein Taxi zu nehmen, da sonst die letzte Fähre ohne uns losgefahren wäre. Die Aufholjagd begann! Tobi bat seine Mutter, die sich bereits auf dem Schiff befand, den Kapitän um den Finger zu wickeln, damit sie mit der Abfahrt auf uns warten. Marianne war erfolgreich! Glücklich erreichten wir den Hafen, wo Marianne, Tobis Schwester Martina und ihr Freund Stefan zusammen mit ihrer Tochter Selma sehnlichst auf uns warteten. Wir waren angekommen im Urlaub.
Am Morgen aufwachen, zum Bäcker fahren um frische Brötchen zu kaufen (danke Stefan!), frühstücken, eine Velotour unternehmen, am Strand spazieren gehen, Drachen steigen lassen, in der italienischen Eisdiele Gelati essen, lecker Abendschmaus am Fischbuffet, RelaxMax, so in etwa sah ein typischer Inseltag aus. In der zweiten Ferienwoche waren dann auch Tobis Brüder David und Jonas mit von der Partie. Wir fühlten uns sehr wohl, mit so vielen bekannten Menschen zusammen zu sein. Leider ging diese Zeit viel zu schnell vorbei und schon hiess es wieder Abschied nehmen.
Zurück in Hamburg verbrachten wir vier Nächte in Wilhelmsburg, dem Stadtteil in dem Tobis Vater aufwuchs. Wir unternahmen ausgedehnte Spaziergänge und konnten so die Stadt abseits der Touristenpfade kennenlernen. Am Sonntag um drei Uhr in der Früh klingelte der Wecker, get up stand up. Um vier Uhr waren wir am Hauptbahnhof mit Martina verabredet, die dort mit dem Nachtzug eintraf. Ab zu den Landungsbrücken, von wo wir zum Fischmarkt spazierten. Räucheraal kauften wir keinen, dafür einen grossen Früchtekorb, den Martina in die Schweiz mitnehmen wollte.
Gegen zehn Uhr verspürten wir Lust auf Frühstück. Wir hatten Glück, denn wir fanden ein Lokal, welches jeden Sonntag ein orientalisches “All you can eat“-Buffet veranstaltet. Wir ergatterten gerade noch die letzten drei Plätze. Paradiesische Zustände! Eine Hafenrundfahrt stand auch auf dem Programm und danach Abendessen bei unserem Lieblingsitaliener Luigi. Ein genialer Tag neigte sich zu Ende als wir Martina auf dem Gleis verabschiedeten. Die verbleibenden zwei Tage liessen wir uns in der Stadt treiben, was uns sehr behagte. Hamburg gefällt uns so gut, wir möchten immer wieder dorthin zurück kehren.
Nun sind wir zurück bei Mario, Shelly und Rohan an der Costa del Sol, wo es wohlig warm ist. Wir geniessen es, barfuss und mit kurzen Hosen draussen sein zu können. Hier erleben wir zum ersten Mal in diesem Jahr so richtige Sommergefühle. Wir waren sogar im Pool wie auch im Meer baden, wodurch wir von den Einheimischen als “loco“ (verrückt) betitelt wurden, denn für sie ist es doch schon Herbst.
Link zum Album: Ab in den Süden
Auf diesem Weg noch einmal ein herzliches MERCI an unsere lieben Gastgeber und "Ferienbegleiter", wir haben die Zeit mit euch extrem genossen!
Hasta la Proxima!
Michèle & Tobi
Dienstag, 23. Oktober 2012
Sonntag, 23. September 2012
Cowsitting auf Vesterhaugen
Unser letztes Wochenende in Norwegen. Sturmfreie Bude! Helen und Hans-Kristian sind für ein paar Tage zu einem Kartoffelfestival gefahren und wir hüten den Hof: Um 6 Uhr heisst es aufstehen und ab in den Stall, wir wollen die Kühe ja nicht warten lassen ;-) Bis jetzt läuft alles bestens. Eine Kuh ist hochschwanger und sollte eigentlich heute gebären. Das Kleine lässt aber auf sich warten...
Wir haben hier auf Vesterhaugen eine superschöne Zeit verbracht! Letzte Woche hatten wir Besuch von Müttern und ihren Kindern aus Nigeria, Eritrea, China und Syrien. Flüchtlinge, die hier im nahegelegenen Transitcamp vorübergehend wohnen. Gemeinsam haben wir die Tiere gefüttert, im Garten gespielt, Waffeln und Schokoladenkuchen gegessen. Für uns ein sehr eindrücklicher Tag. Klar, die Frauen sind froh, in Sicherheit und nicht mehr auf der Flucht zu sein. Aber sie werden höchstwahrscheinlich auch nie wieder in ihre geliebte Heimat zurück kehren. Und ihre Männer? Wo sind die??? Da sitzen wir nun, freiwillig in Norwegen, glücklich zu reisen wo immer wir hinwollen...!
Auf dem Sommerhof eines Freundes von Helen haben wir einen Sonntag lang mitgeholfen. Dort wurden traditionelle Gerichte wie Rømmegrøt, Porridge mit viel viel Crème Fraiche, Pultostpie, ein Kuchen aus dem traditionellen Pultost-Käse und norwegischer Apfelkuchen angeboten. Draussen kochte Bäuerin Berit den ganzen Nachmittag lang einen anderen Käse - Surost. Wir haben Beeren gesammelt bis wir vor unseren Augen nur noch rote Punkte sahen. Die Blaubeersaison ist nun bereits vorbei, momentan ist Tyttebær, eine säuerliche kleine rote Beere aktuell.
Das vergangene Wochenende haben wir in einer Jägerhütte an einem See verbracht, weit draussen in der Natur. Schön, mal wieder einfach zu "hängen", zu lesen, die Umgebung zu erkunden und dem "Dolcefarniente" zu frönen ;-)
Link zum Album: Vesterhaugen zum 2.
Die letzten beiden Tage war es unter Null Grad als wir am Morgen aufstanden, die Wiesen weiss mit Reif... Jetzt ist es definitiv Zeit, ein bisschen wärmere Gefilde aufzusuchen. Am Dienstag reisen wir nach Oslo und am Donnerstag dann per Fähre von Oslo nach Kiel. Danach sind zwei Wochen Langeoog mit einem Grossteil von Tobis Familie angesagt. Langeoog ist eine ostfriesische Insel und liegt im Bundesland Niedersachsen. Dort werden wir voraussichtlich viel quatschen, die Familie geniessen, essen (frischen Fisch, Kuchen, Spaghettieis, Süsse Lale uvm.), Sanddorntee trinken, am Strand spazieren und das Wattenmeer bewundern, täglich velofahren... schöne Aussichten!
Fünf Monate Finland und Norwegen. Eine Entscheidung, die wir nicht bereuen. Wir durften so viele liebenswerte Menschen kennen lernen und die Natur hier oben ist einfach traumhaft! Bevor wir Skandinavien aber verlassen, haben wir aufgeräumt und möchten euch die Fotos von den Lofoten nicht vorenthalten. Da wir diesen Sommer nicht wirklich guten Internetempfang hatten, ist da einiges "liegengeblieben"...
Link zum Album: Lofoten
Wir melden uns wenn es uns wieder möglich ist. Bis dahin sind wir mal wieder "weg vom Netz" ;-)
Até logo
Tobi & Michèle
Wir haben hier auf Vesterhaugen eine superschöne Zeit verbracht! Letzte Woche hatten wir Besuch von Müttern und ihren Kindern aus Nigeria, Eritrea, China und Syrien. Flüchtlinge, die hier im nahegelegenen Transitcamp vorübergehend wohnen. Gemeinsam haben wir die Tiere gefüttert, im Garten gespielt, Waffeln und Schokoladenkuchen gegessen. Für uns ein sehr eindrücklicher Tag. Klar, die Frauen sind froh, in Sicherheit und nicht mehr auf der Flucht zu sein. Aber sie werden höchstwahrscheinlich auch nie wieder in ihre geliebte Heimat zurück kehren. Und ihre Männer? Wo sind die??? Da sitzen wir nun, freiwillig in Norwegen, glücklich zu reisen wo immer wir hinwollen...!
Auf dem Sommerhof eines Freundes von Helen haben wir einen Sonntag lang mitgeholfen. Dort wurden traditionelle Gerichte wie Rømmegrøt, Porridge mit viel viel Crème Fraiche, Pultostpie, ein Kuchen aus dem traditionellen Pultost-Käse und norwegischer Apfelkuchen angeboten. Draussen kochte Bäuerin Berit den ganzen Nachmittag lang einen anderen Käse - Surost. Wir haben Beeren gesammelt bis wir vor unseren Augen nur noch rote Punkte sahen. Die Blaubeersaison ist nun bereits vorbei, momentan ist Tyttebær, eine säuerliche kleine rote Beere aktuell.
Das vergangene Wochenende haben wir in einer Jägerhütte an einem See verbracht, weit draussen in der Natur. Schön, mal wieder einfach zu "hängen", zu lesen, die Umgebung zu erkunden und dem "Dolcefarniente" zu frönen ;-)
Link zum Album: Vesterhaugen zum 2.
Die letzten beiden Tage war es unter Null Grad als wir am Morgen aufstanden, die Wiesen weiss mit Reif... Jetzt ist es definitiv Zeit, ein bisschen wärmere Gefilde aufzusuchen. Am Dienstag reisen wir nach Oslo und am Donnerstag dann per Fähre von Oslo nach Kiel. Danach sind zwei Wochen Langeoog mit einem Grossteil von Tobis Familie angesagt. Langeoog ist eine ostfriesische Insel und liegt im Bundesland Niedersachsen. Dort werden wir voraussichtlich viel quatschen, die Familie geniessen, essen (frischen Fisch, Kuchen, Spaghettieis, Süsse Lale uvm.), Sanddorntee trinken, am Strand spazieren und das Wattenmeer bewundern, täglich velofahren... schöne Aussichten!
Fünf Monate Finland und Norwegen. Eine Entscheidung, die wir nicht bereuen. Wir durften so viele liebenswerte Menschen kennen lernen und die Natur hier oben ist einfach traumhaft! Bevor wir Skandinavien aber verlassen, haben wir aufgeräumt und möchten euch die Fotos von den Lofoten nicht vorenthalten. Da wir diesen Sommer nicht wirklich guten Internetempfang hatten, ist da einiges "liegengeblieben"...
Link zum Album: Lofoten
Wir melden uns wenn es uns wieder möglich ist. Bis dahin sind wir mal wieder "weg vom Netz" ;-)
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Tobi & Michèle
Freitag, 7. September 2012
Zurück in Norwegen, oder:
Fressen Schweine auch Eieruhren?
Glücklich zurück in Norwegen, widmen wir uns auf Vesterhaugen, der Farm von Helen und Hans-Kristian, für einmal etwas mehr den Tieren als den Pflanzen.
Link zum Album: Vesterhaugen
In unserer Freizeit erkunden wir zu Fuss und per Velo die Umgebung, die vor allem aus Wäldern und Feldern besteht. Die Landschaft ist sehr ähnlich wie bei uns zu Hause in der Schweiz. Hier gibt es jedoch meist nicht so gepfadete Waldwege wie bei uns - wir müssen uns mehr durchs Dickicht kämpfen ;-)
Våler, ein 1600 Seelendorf in der Provinz Hedmark, ist das Zuhause von Helen, Hans-Kristian und ihren Tieren. Helen, geboren am nordwestlichsten Punkt von Wales, ist vor 32 Jahren ihrem Herz nach Norwegen gefolgt. Sie arbeitet täglich auf der Farm, er ist unter der Woche auswärts in einem Holzverarbeitungsbetrieb angestellt. Gemeinsam haben sie drei Kinder, die aber unterdessen "ausgeflogen" sind.
Fünf Milchkühe, zwei Kälber, 20 Hühner, ein Hahn, drei Schweine, ein Hund und eine Katze wollen hier täglich versorgt werden. Wir sind also fleissig am melken, misten, füttern, Eier einsammeln, sowie Käse und Butter produzieren. Daneben helfen wir dem Nachbarn Halvor bei der Kartoffelernte (diesmal per Maschine, nicht manuell wie in Pikkunuppu in Finnland), bringen die Pferde von Weide zu Weide, pflücken im Wald Beeren und ernten Bohnen, Erbsen, Broccoli und Kartoffeln aus dem Garten. Auf die Karotten müssen wir hier noch etwas warten ;-)
Langweilig wird es uns nicht, die energiegeladene Helen und die Tiere halten uns auf Trab. Vor einigen Tagen hatten wir einige Schreckensminuten, als die aufs Feld mitgebrachte Eieruhr (wir benötigten Sie, damit wir den Kuchen im Ofen nicht vergessen, richtig, unsere Handys sind hier nicht unsere ständigen Begleiter) plötzlich wie vom Erdboden verschluckt war. Haben wir sie etwa mit dem Kompost zu den Schweinen geworfen? Kann ein Schwein eine Eieruhr verdauen oder kann das böse enden? Tobi war bereits den halben Schweinestall am umgraben, Michele machte sich viele Gedanken und suchte mit, beide sorgten wir uns um die Schweine, als die Eieruhr unter den Bohnenpflanzen zu läuten begann. Sie war unbemerkt dorthin gerollt. Ende gut, alles gut. Alle drei Schweine sind noch am Leben.
Helens Käse ist hierzulande eine Spezialität: Sie produziert Pultost, einen flockigen Weichkäse aus Sauermilch, der mit Kümmel gewürzt wird. Dank ihren Anstrengungen, diesen traditionsreichen Käse zu erhalten, wurde ihr das Slowfoodzertifikat verliehen. Seit wir unterwegs sind durften wir nun schon bei zahlreichen landwirtschaftlichen Betrieben hinter die Kulissen schauen. Ursprünglich wollten wir auf Farmen arbeiten um unser Reisebudget zu schonen. Unterdessen hat es uns ein bisschen "den Ärmel reingenommen" und das Arbeiten für und der Austausch mit den Bauern gibt uns viele wertvolle Inputs und vor allem die Biobauern verdienen unsere Bewunderung.
Langweilig wird es uns nicht, die energiegeladene Helen und die Tiere halten uns auf Trab. Vor einigen Tagen hatten wir einige Schreckensminuten, als die aufs Feld mitgebrachte Eieruhr (wir benötigten Sie, damit wir den Kuchen im Ofen nicht vergessen, richtig, unsere Handys sind hier nicht unsere ständigen Begleiter) plötzlich wie vom Erdboden verschluckt war. Haben wir sie etwa mit dem Kompost zu den Schweinen geworfen? Kann ein Schwein eine Eieruhr verdauen oder kann das böse enden? Tobi war bereits den halben Schweinestall am umgraben, Michele machte sich viele Gedanken und suchte mit, beide sorgten wir uns um die Schweine, als die Eieruhr unter den Bohnenpflanzen zu läuten begann. Sie war unbemerkt dorthin gerollt. Ende gut, alles gut. Alle drei Schweine sind noch am Leben.
Link zum Album: Vesterhaugen
In unserer Freizeit erkunden wir zu Fuss und per Velo die Umgebung, die vor allem aus Wäldern und Feldern besteht. Die Landschaft ist sehr ähnlich wie bei uns zu Hause in der Schweiz. Hier gibt es jedoch meist nicht so gepfadete Waldwege wie bei uns - wir müssen uns mehr durchs Dickicht kämpfen ;-)
Gestern waren wir in der nächstgrösseren Stadt, Elverum, und haben das norwegische Waldmuseum besucht. Dort gab es u.a. ausgestopfte Bären aus Alaska und Kamtschatka - da sind wir doch froh, sind die norwegischen Bären nur halb so gross...!
Wir geniessen die letzten Wochen in Skandinavien und sind happy über das Wetterglück: die Sonne dominierte bis jetzt unsere Tage, in der Nacht wird es aber empfindlich kalt. Es wird nicht mehr lange dauern und die Tage werden kürzer als die Nächte sein. Dann wird es für uns Zeit, weiter zu ziehen... ;-)
Liebi Grüessli a alli, mer dänke vell a öich ond dSchwiiz!
Tobi & Michele
Mittwoch, 22. August 2012
Zurück in Pikkunuppu
Als sich unser Aufenthalt bei Erik zu Ende neigte begannen wir zu überlegen, wie und vor allem WO wir die zwei Wochen, die zwischen unsern beiden Farmeinsätzen in Norwegen liegen verbringen wollen. Norwegens Südküste, wo es offenbar am wärmsten im ganzen Land sein soll, stand zuoberst auf unser Wunschdestiantionsliste.
Eines Abends kam uns der Gedanke "wenn uns fünfzehn Tage zur Verfügung stehen, dann, ja dann könnten wir eigentlich auch zurück nach Finnland fliegen und in Pikkunuppu sehen wie alles wächst und wie sich der finnische Sommer anfühlt". Ein Aufenthalt im Traumland später erkundeten wir uns nach den Transportkosten. "It´s affordable", entfiel es uns. Am Abend ein Telefon nach Finnland, "ja, ihr seid herzlich willkommen!" Flug gebucht und in Vorfreude fast ersoffen.
Pjotr holte uns am Flughafen Joensuu ab, grosses Wiedersehen. "The Sauna is already heated." Wir fühlten uns wieder daheim. Am nächsten Tag ernteten wir 1000kg Weisskohl, putzten und sterilisierten Plastikkessel um dann an den darauffolgenden Tagen den Kohl zu Sauerkraut weiterzuverarbeiten. Tobi gab dermassen Vollgas dass nach zwei Tagen Sauerkrautstossen sein Ellbogen den Dienst verweigerte. So verbrachte er die kommenden Tage auf dem Markt, um das frisch geerntete Gemüse an die Kunden zu bringen. Eine interessante Erfahrung war das, vor allem sprachlich ;-)
Auch die grosse Kartoffelernte stand an, leider begleitet von viel Regen. So kamen wir nicht so weit wie gewünscht. Also buddeln wir auch nächstes Wochenede weiter in der Erde.
Hier wird jetzt täglich geerntet was wir im Frühjahr gepflanzt haben, eine wahre Freude, die vollbewachsenen Gemüsefelder zu sehen und natürlich auch jeden Tag frisch Geerntetes in unseren Mägen verschwinden zu lassen und literweise Heidelbeeren im Wald zu pflücken. Letzte Woche genossen wir den Spätsommer, unterdessen wurden die ersten Herbsttage eingeläutet. In der Nacht fällt die Temperatur auf dem Feld schon bis nahe an den Gefrierpunkt...
Link zum Minialbum: Pikkunuppu 2
Am kommenden Montag werden wir bereits wieder zurück nach Norwegen fliegen, wo wir uns nordöstlich von Oslo, nahe der schwedischen Grenze für weitere vier Wochen auf einem Bauernhof betätigen werden.
Moimoi aus Suomi (gerade am Falafel und Baba Ganoush zubereiten mit Sara, Manooshek und Oskari)
Michele und Tobi
Eines Abends kam uns der Gedanke "wenn uns fünfzehn Tage zur Verfügung stehen, dann, ja dann könnten wir eigentlich auch zurück nach Finnland fliegen und in Pikkunuppu sehen wie alles wächst und wie sich der finnische Sommer anfühlt". Ein Aufenthalt im Traumland später erkundeten wir uns nach den Transportkosten. "It´s affordable", entfiel es uns. Am Abend ein Telefon nach Finnland, "ja, ihr seid herzlich willkommen!" Flug gebucht und in Vorfreude fast ersoffen.
Pjotr holte uns am Flughafen Joensuu ab, grosses Wiedersehen. "The Sauna is already heated." Wir fühlten uns wieder daheim. Am nächsten Tag ernteten wir 1000kg Weisskohl, putzten und sterilisierten Plastikkessel um dann an den darauffolgenden Tagen den Kohl zu Sauerkraut weiterzuverarbeiten. Tobi gab dermassen Vollgas dass nach zwei Tagen Sauerkrautstossen sein Ellbogen den Dienst verweigerte. So verbrachte er die kommenden Tage auf dem Markt, um das frisch geerntete Gemüse an die Kunden zu bringen. Eine interessante Erfahrung war das, vor allem sprachlich ;-)
Auch die grosse Kartoffelernte stand an, leider begleitet von viel Regen. So kamen wir nicht so weit wie gewünscht. Also buddeln wir auch nächstes Wochenede weiter in der Erde.
Hier wird jetzt täglich geerntet was wir im Frühjahr gepflanzt haben, eine wahre Freude, die vollbewachsenen Gemüsefelder zu sehen und natürlich auch jeden Tag frisch Geerntetes in unseren Mägen verschwinden zu lassen und literweise Heidelbeeren im Wald zu pflücken. Letzte Woche genossen wir den Spätsommer, unterdessen wurden die ersten Herbsttage eingeläutet. In der Nacht fällt die Temperatur auf dem Feld schon bis nahe an den Gefrierpunkt...
Link zum Minialbum: Pikkunuppu 2
Am kommenden Montag werden wir bereits wieder zurück nach Norwegen fliegen, wo wir uns nordöstlich von Oslo, nahe der schwedischen Grenze für weitere vier Wochen auf einem Bauernhof betätigen werden.
Moimoi aus Suomi (gerade am Falafel und Baba Ganoush zubereiten mit Sara, Manooshek und Oskari)
Michele und Tobi
Mittwoch, 8. August 2012
On the road again…
Morgen
Donnerstag gehts los – auf zu neuen Abenteuern ;-) Nach einem Waffelfruehstueck
mit wilden Beeren werden wir gemeinsam mit Janu Bergen unsicher machen und am
Abend den Nachtzug nach Oslo besteigen. Von dort aus reisen wir ein bisschen
weiter. Und noch ein bisschen weiter. Nach ???
Falls moeglich melden wir uns von unterwegs, falls nicht sind wir ab dem 27. August mal wieder auf einer Farm anzutreffen, dieses Mal nordoestlich von Oslo…
Falls moeglich melden wir uns von unterwegs, falls nicht sind wir ab dem 27. August mal wieder auf einer Farm anzutreffen, dieses Mal nordoestlich von Oslo…
Bis denn
& haebeds guet
Tobi &
Michele
Samstag, 4. August 2012
Inselleben auf Lygra
Auf Eriks
Farm Luro Gård können wir nun all das ernten was wir in Finnland gepflanzt haben:
Tomaten, Gurken, Salat, Kartoffeln, frische Minze, Salbei, Thymian, Knoblauch
(die 14`000 Stück, die wir in Pikkunuppu in die Erde drückten, haben wir nicht
so schnell vergessen ;-)…), Zwiebeln und Sellerie. Unser Essen wächst im Garten
und schwimmt im Meer, so lernen wir auch, wie man Fische filetiert. Gewöhnungsbedürftig,
100 Fische auszunehmen und zu „bearbeiten“, doch wir sind froh über diese
Erfahrung.
Wir verbringen auch viel Zeit mit Unkraut jäten, der Pflege von Pflanzen und anderen Aufgaben, haben Freiraum und suchen uns viele Lösungen selbst ;-) Zusammen mit Marianne, Alice aus Frankreich, Patrick, Becca aus den USA und Janu aus Indien haben wir viel Spass hier. Ja, das Highlight unserer Zeit hier ist der Besuch von Marianne, Tobis Mutter!
Sie verwöhnt uns mit Käse und Schokolade aus der Schweiz und bäckt viele leckere Kuchen! Eines schönen Abends geniessen wir gar Raclette, frisch vom Stein über der Glut. An unserem freien Tag (mit traumhaftem Sommerwetter!) erkunden wir die Region, fahren zum Hardangerfjord (da gibts eine Ortschaft namens Oma…) und erleben einmal mehr wie gross dieses Land ist. Norwegen ist neun Mal grösser als die Schweiz, wird aber nur von knapp 5 Millionen Menschen bevölkert .
Im Hardangerfjord herrscht ein ganz anderes Klima als auf Lygra, die Wetterlage ist dort im Sommer viel stabiler und es gibt viele warme Tage, die das Wachstum der Früchte in den zahlreichen Obstplantagen begünstigen. Hier haben wir nun wirklich mal Sommergefühle ;-)
Link zum Album: Lygra
Bergen, die ehemalige Hansestadt und zweitgrösste Stadt des Landes ist im Winterhalbjahr eine gemütliche Studentenstadt mit einem grossen kulturellen Angebot. Im Sommer, wenn die grossen Kreuzfahrtschiffe hier ihren Tageshalt machen, platzt Bergen aus allen Nähten. Wir schlendern über den Fischmarkt und geniessen die „berühmtberüchtigten“ Bergener Zimtschnecken.
Soviel für den Moment, bald schon werden wir Eriks Farm hinter uns lassen und in uns noch nicht ganz bewusste Gefilde aufbrechen.
Adiewohl ;-)
Michele & Tobi
Wir verbringen auch viel Zeit mit Unkraut jäten, der Pflege von Pflanzen und anderen Aufgaben, haben Freiraum und suchen uns viele Lösungen selbst ;-) Zusammen mit Marianne, Alice aus Frankreich, Patrick, Becca aus den USA und Janu aus Indien haben wir viel Spass hier. Ja, das Highlight unserer Zeit hier ist der Besuch von Marianne, Tobis Mutter!
Sie verwöhnt uns mit Käse und Schokolade aus der Schweiz und bäckt viele leckere Kuchen! Eines schönen Abends geniessen wir gar Raclette, frisch vom Stein über der Glut. An unserem freien Tag (mit traumhaftem Sommerwetter!) erkunden wir die Region, fahren zum Hardangerfjord (da gibts eine Ortschaft namens Oma…) und erleben einmal mehr wie gross dieses Land ist. Norwegen ist neun Mal grösser als die Schweiz, wird aber nur von knapp 5 Millionen Menschen bevölkert .
Im Hardangerfjord herrscht ein ganz anderes Klima als auf Lygra, die Wetterlage ist dort im Sommer viel stabiler und es gibt viele warme Tage, die das Wachstum der Früchte in den zahlreichen Obstplantagen begünstigen. Hier haben wir nun wirklich mal Sommergefühle ;-)
Bergen, die ehemalige Hansestadt und zweitgrösste Stadt des Landes ist im Winterhalbjahr eine gemütliche Studentenstadt mit einem grossen kulturellen Angebot. Im Sommer, wenn die grossen Kreuzfahrtschiffe hier ihren Tageshalt machen, platzt Bergen aus allen Nähten. Wir schlendern über den Fischmarkt und geniessen die „berühmtberüchtigten“ Bergener Zimtschnecken.
Soviel für den Moment, bald schon werden wir Eriks Farm hinter uns lassen und in uns noch nicht ganz bewusste Gefilde aufbrechen.
Adiewohl ;-)
Michele & Tobi
Sonntag, 22. Juli 2012
Heute Sturm und Regen in der Region Bergen
An unserem
letzten Tag in Finnland fuhr unser Host Jorma uns nach Rovaniemi, der mit über
60`000 Einwohnern grössten Stadt in finnisch Lappland. Auf dem Weg dorthin
passierten wir zweimal den Polarkreis, auf Finnisch Napapiiri genannt, und
statteten dem Santa Clause Village, dem gemäss Werbeprospekt offiziellen
Wohnsitz des Weissbärtigen, einen kurzen Besuch ab. Dann gings per Zug nach
Kemi. Dort stiegen wir auf einen Bus um, der uns nach Haparanda in Schweden
fuhr. Wir liessen Finnland mit seinen tausenden Moskitos hinter uns, nach der
Grenze stand IKEA vor uns J Weitere drei Stunden spaeter trafen wir in Luleå
ein. Unsere Herberge duftete wie eine Brockenstube und war fuer zwei Naechte
unsere Basis um die Stadt zu erkunden. Wir verpflegten uns mit leckerem Sushi,
besuchten die wunderschöne Bibliothek und den saftiggrünen Stadtpark.
Die Fahrt von Luleå in Schweden nach Narvik in Norwegen ist unserer Meinung nach eine der schoensten Bahnstrecken der Welt. Durch Lapplandwald dueste unser Zug nach Norden, bald schon waren die ersten Bergkuppen mit Schnee in Sicht. Vorbei an Gaellivare und Kiruna ging es nun so richtig in die Berge, Wasserfaelle und Seen praegen dort das Bild, die Luft ist rauh und klar. Endlich wieder Berge und Aussicht!!! Nach der Grenze ging die Fahrt abwaerts, denn die Endstation befindet sich fast auf Meereshoehe. Wir verabschiedeten uns vom Schnee und genossen die Aussicht auf die Fjorde und das Meer – und trafen nach sieben Stunden Fahrt in Narvik ein.
Die darauffolgende Zeit haben wir auf den Lofoten verbracht. Die Landschaft hat uns tief berührt: die Kombination von Bergen und Meer, der knallblaue Himmel (ja, wir hatten prima Wetterglueck ;-)), Klippen und Straende. Fuer einige Naechte stand unser Zelt auf einer Klippe ueber dem Meer und die Sonne hat die Umgebung auch in der Nacht „vergoldet“. Auf einer Wanderung haben wir wieder und wieder angehalten um uns umzusehen und zu staunen. „Das sieht ja aus wie bei uns“, entfiel es uns. Unmoeglich, denn wir befanden uns auf 68 Grad Nord, wo die Baumgrenze bereits auf 200 Metern über Meer anzutreffen ist. Wir haben Fischerdoerfer erkundet, viel ueber Stockfisch, das Hauptexportprodukt von den Lofoten erfahren und uns vom Wind verwehen lassen - bis wir dann wieder die Faehre bestiegen haben, die uns zurueck aufs Festland, nach Bodø gebracht hat.
Von Bodø
sind wir in 30 Stunden per Zug in den Sueden geduest, (Norwegen ist RIESIG!), wo wir jetzt auf einer
Farm beim Bauer Erik arbeiten. Der Bauernhof „Luro Gård“ befindet
sich in der Naehe von Bergen auf der Insel Lygra, die hauptsaechlich aus Heideland besteht, und die wir nun
mit ein paar Einwohnern, Schafen und Kuehen teilen. Wir sind hier ein bisschen „waeg
vom Schuss“, die Internetverbindung ist sehr willkuerlich. Mehr Bilder folgen
sobald wir eine Moeglichkeit finden, diese hochzuladen. Stellt es euch einfach vor, kurbelt eure Fantasie an J
Wir
moechten uns auf diesem Weg auch ganz herzlich fuer all eure Geburtstagswuensche
bedanken, die uns im Juni in Finnland und im Juli in Norwegen erreicht haben – wir freuen uns immer, von euch zu hoeren und haben
prima gefeiert!
Liebe Gruesse, heute mit Sturm und heftigem Regen
Die Fahrt von Luleå in Schweden nach Narvik in Norwegen ist unserer Meinung nach eine der schoensten Bahnstrecken der Welt. Durch Lapplandwald dueste unser Zug nach Norden, bald schon waren die ersten Bergkuppen mit Schnee in Sicht. Vorbei an Gaellivare und Kiruna ging es nun so richtig in die Berge, Wasserfaelle und Seen praegen dort das Bild, die Luft ist rauh und klar. Endlich wieder Berge und Aussicht!!! Nach der Grenze ging die Fahrt abwaerts, denn die Endstation befindet sich fast auf Meereshoehe. Wir verabschiedeten uns vom Schnee und genossen die Aussicht auf die Fjorde und das Meer – und trafen nach sieben Stunden Fahrt in Narvik ein.
Die darauffolgende Zeit haben wir auf den Lofoten verbracht. Die Landschaft hat uns tief berührt: die Kombination von Bergen und Meer, der knallblaue Himmel (ja, wir hatten prima Wetterglueck ;-)), Klippen und Straende. Fuer einige Naechte stand unser Zelt auf einer Klippe ueber dem Meer und die Sonne hat die Umgebung auch in der Nacht „vergoldet“. Auf einer Wanderung haben wir wieder und wieder angehalten um uns umzusehen und zu staunen. „Das sieht ja aus wie bei uns“, entfiel es uns. Unmoeglich, denn wir befanden uns auf 68 Grad Nord, wo die Baumgrenze bereits auf 200 Metern über Meer anzutreffen ist. Wir haben Fischerdoerfer erkundet, viel ueber Stockfisch, das Hauptexportprodukt von den Lofoten erfahren und uns vom Wind verwehen lassen - bis wir dann wieder die Faehre bestiegen haben, die uns zurueck aufs Festland, nach Bodø gebracht hat.
Liebe Gruesse, heute mit Sturm und heftigem Regen
Michele
& Tobi
P.S.:
Nachts wird es hier wieder dunkel...
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